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Zinsen und Rahmen­bedingungen

Warum der Markt 2022 gedreht hat, was sich seither verändert hat und warum laufende Mietverträge und neu abgeschlossene Mietverträge immer weiter auseinanderliegen.

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Kurzfassung

Der Zins erklärt die Preiskorrektur, nicht die Schlagzeile.

rund 3 Prozentpunkte So stark sind die langfristigen Zinsen seit 2020 gestiegen Deutsche Bundesbank, Renditen für Bundeswertpapiere, zehn Jahre Restlaufzeit
rund 1.000 Euro je Monat mehr Zinsen im Monat bei einem Kredit über 400.000 Euro Rechenbeispiel, Herleitung im Abschnitt „Was die Reihe zeigt“
+7,0 % gegen +18,8 % Mieten ohne Nebenkosten gegen die Verbraucherpreise insgesamt, 2020 bis 2024 Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
1,97 % Leerstand in Berlin, rund 40.700 Wohnungen Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022

Die Datenreihe

Die Zinswende in einer Reihe

Die Bundesbank veröffentlicht jeden Tag, wie hoch die Zinsen für Anleihen des Bundes sind. Wir nehmen die Reihe für Anleihen, die in zehn Jahren zurückgezahlt werden. Sie ist der Bezugspunkt für langfristige Kredite: An ihr hängen die Pfandbriefe, mit denen Banken Baukredite refinanzieren, und daran wiederum hängen die Bauzinsen. Die Werte unten sind der Durchschnitt aller Handelstage eines Jahres.

Deutsche Bundesbank

Zins für Anleihen des Bundes mit zehn Jahren Laufzeit

3,53 % zuletzt am 11.09.2026. Die Werte darunter sind Jahresmittel.

20150,54 %
20160,11 %
20170,38 %
20180,47 %
2019-0,22 %
2020-0,48 %
2021-0,33 %
20221,17 %
20232,47 %
20242,36 %
20252,65 %
20263,04 %

positives Jahr negatives Jahr

Quelle: Deutsche Bundesbank, aus der Zinsstruktur abgeleitete Renditen für Bundeswertpapiere mit jährlichen Kuponzahlungen, Restlaufzeit zehn Jahre. Tageswerte, von uns zu Jahresdurchschnitten zusammengefasst. Der Wert für das laufende Jahr umfasst nur die bisher verstrichenen Handelstage. Balken in Grau kennzeichnen negative Jahre.

Was die Reihe zeigt

Zwischen 2019 und 2021 war dieser Zins negativ. Wer Anleihen des Bundes hielt, zahlte also drauf, statt etwas zu bekommen. In dieser Phase war praktisch jede Immobilie mit laufendem Ertrag im Vergleich attraktiv, und genau das trieb die Preise. Ab 2022 kehrte sich die Lage um. Der Zins stieg im Jahresdurchschnitt um rund anderthalb Prozentpunkte und liegt seit 2023 wieder über zwei Prozent (Grafik oben).

Was das für eine Finanzierung bedeutet, lässt sich ohne Vorhersage ausrechnen. Bei einem Kredit über 400.000 Euro kosten drei Prozentpunkte mehr Zins rund 12.000 Euro zusätzlich im ersten Jahr. Das sind etwa 1.000 Euro im Monat.

Genau dieses Geld fehlt Käufern seither. Und genau um diese Größenordnung mussten die Kaufpreise nachgeben, damit dieselben Haushalte dieselben Wohnungen noch bezahlen können. Die Preisreihen im Report Wohnungsmarkt Berlin zeigen diese Anpassung.

Rechenbeispiel

Darlehenssumme400.000 Euro
Zinsunterschied3 Prozentpunkte
Zusätzlicher Zinsaufwand im ersten Jahrrund 12.000 Euro
Umgerechnet je Monatetwa 1.000 Euro

Der Bauzins liegt über dem Zins in der Grafik, weil Banken ihren Verdienst und ihr Risiko aufschlagen. Wir nennen bewusst keine Bauzins-Zahl, solange wir sie nicht aus einer amtlichen Reihe belegen können. Richtung und Ausmaß der Bewegung zeigt die Reihe oben zuverlässig.

So helfen wir

Ob ein Preis für Sie bezahlbar ist, entscheidet Ihre Finanzierung, nicht die Reihe oben. Wir arbeiten mit einem bundesweiten Finanzierungsnetzwerk und legen Ihnen die Angebote mehrerer Banken im Vergleich vor. Monatsrate, die Dauer der festen Zinsen und Ihr Eigenkapital klären Sie dabei mit unserem Finanzierungsexperten (Erlaubnis nach § 34i GewO), bevor Sie besichtigen.

Zum Finanzierungsblock auf der Kaufen-Seite

Die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Wenn ein Partner uns etwas zahlt, sagen wir Ihnen das vorher. Die Vermittlung des Immobilienkredits, im Gesetz Immobiliardarlehensvermittlung, erbringt nach § 34i GewO Maximilian Vigansky, Registerangaben im Impressum. Allgemeine Hinweise, keine Finanzierungs- oder Anlageberatung.

Was zu bezahlen ist

Einkommen gegen Preise und Mieten

Das Amt für Statistik misst, wie sich Preise, Mieten und Einkommen entwickeln. Alle Reihen starten 2020 bei 100. Ein Wert von 118,8 heißt also: 18,8 Prozent mehr als 2020.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Wo die Reihen 2024 stehen, Basis 2020 = 100

Verbraucherpreise gesamt 118,8
Nettokaltmiete 107,0
Bruttokaltmiete 106,2
Wohnungsnebenkosten 101,8
Nettoeinkommen 118,9

Mieten und Nebenkosten Verbraucherpreise und Einkommen

Skala von 100 bis 120. Die Balkenlänge zeigt den Abstand zur Basis 2020, nicht den Indexstand selbst. Alle Werte stehen in der Tabelle darunter.

Index (2020 = 100)2015202020222024seit 2020
Verbraucherpreise gesamt94,6100,0110,1118,8+18,8 %
Nettokaltmiete92,7100,0102,1107,0+7,0 %
Bruttokaltmiete93,3100,0102,5106,2+6,2 %
Wohnungsnebenkosten96,3100,0101,0101,8+1,8 %
Nettoeinkommen78,9100,0113,3118,9+18,9 %

Nettokaltmiete heißt: Miete ohne alle Nebenkosten. Bruttokaltmiete: Miete plus kalte Nebenkosten, also ohne Heizung. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Index der Verbraucherpreise sowie Einkommensrechnung. Prozentangaben in der letzten Spalte von uns berechnet.

Der Befund, der den meisten Debatten fehlt

Die Miete ohne Nebenkosten stieg zwischen 2020 und 2024 um sieben Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen um knapp neunzehn Prozent. Zieht man die allgemeine Teuerung ab, sind die Mieten in dieser Zeit also gesunken. Die Einkommen nach Steuern legten etwa so stark zu wie die Preise.

Das scheint den Mieten aus den Anzeigen zu widersprechen, die in einzelnen Bezirken deutlich stärker gestiegen sind, wie die Einordnung im Marktdaten-Bereich zeigt. Beides stimmt, weil beides Verschiedenes misst.

Die amtliche Reihe zählt alle Mietwohnungen mit, also vor allem laufende Verträge. Bei denen darf der Vermieter die Miete nur begrenzt und langsam anheben. Die Mieten aus den Anzeigen zeigen dagegen nur, was bei einer neuen Vermietung verlangt wird.

Zwischen diesen beiden Zahlen klafft in Berlin eine Lücke, die immer weiter aufgeht. Für den Immobilienmarkt hat das drei Folgen.

01

Weniger Angebot

Die Umzugsbereitschaft sinkt, weil ein Wohnungswechsel bei gleicher Größe oft eine deutlich höhere Miete bedeutet. Das entzieht dem Markt Angebot.

02

Der Wert hängt an den Mietverträgen

Zwei gleiche Häuser sind unterschiedlich viel wert, wenn in dem einen alte und in dem anderen neue Mietverträge laufen.

03

Druck auf die Regulierung

Der politische Druck auf die Regulierung von Neuvermietungen wächst, was für Eigentümer ein kalkulierbares, aber nicht ignorierbares Risiko ist.

So helfen wir

Bei einem vermieteten Haus entscheiden die Mietverträge über den Wert. Wir lesen sie, rechnen die Einnahmen durch und sagen Ihnen, welcher Teil des Werts an den laufenden Mieten hängt und welcher am Gebäude selbst. Bewertung anfordern · Kapitalanlage bei BBI

Angebotsseite

Leerstand und Bautätigkeit

Der Leerstand lag beim Zensus 2022 bei 1,97 Prozent, rund 40.700 Wohnungen. Ein funktionierender Wohnungsmarkt braucht als Faustzahl etwa drei Prozent leere Wohnungen als Reserve, damit Umzüge, Sanierungen und die Zeit bis zur Neuvermietung aufgefangen werden. Berlin liegt darunter. Von den leerstehenden Wohnungen standen 29 Prozent länger als ein Jahr leer und sind damit dem Markt praktisch entzogen.

Zensus 2022 und Faustzahl

Gemessener Leerstand gegen die Reserve, die ein Markt braucht

Leerstand BerlinZensus 2022, Stichtag 15.05.2022 1,97 %
Reserve für UmzügeFaustzahl, keine Messung etwa 3 %

gemessen Faustzahl

Skala von 0 bis 3 Prozent. Die untere Zeile ist eine Faustzahl für einen funktionierenden Wohnungsmarkt, kein erhobener Wert.

Gebaut wird in Berlin sehr ungleich. Wir messen das als Zahl der neuen Wohnungen je tausend vorhandene Wohnungen. Treptow-Köpenick lag 2024 an der Spitze, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf am unteren Ende. In diesen beiden Bezirken kam 2024 auf rund fünfhundert vorhandene Wohnungen weniger als eine neue hinzu.

So helfen wir

Wo wenig gebaut wird, entscheidet der Zugang zum Angebot. Mit einem Suchprofil bei uns sehen Sie passende Objekte, sobald wir sie aufnehmen, und nicht erst über ein Portal. Suchprofil anlegen

Für Eigentümer in diesen Bezirken heißt dieselbe Zahl: Das Angebot bleibt knapp, ganz gleich, wie die Zinsen stehen. Was das für Ihr Objekt bedeutet, sagen wir Ihnen mit einer Ersteinschätzung.

Einordnung

Was das für Ihre Entscheidung heißt

Die Reihen oben beschreiben den Markt. Zwei Leser kommen mit verschiedenen Fragen auf diese Seite, und die Zahlen antworten ihnen unterschiedlich.

Wenn Sie verkaufen wollen

  • Der Rückgang seit 2022 kommt von den Zinsen, nicht von fehlender Nachfrage. Der gemessene Leerstand liegt mit 1,97 Prozent unter den etwa drei Prozent, die ein Markt für Umzüge und Sanierungen braucht.
  • In Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf kam 2024 auf rund fünfhundert vorhandene Wohnungen weniger als eine neue. Wo so wenig gebaut wird, bleibt das Angebot knapp, ganz gleich, wie die Zinsen stehen.
  • Bei einem vermieteten Haus entscheiden die laufenden Mietverträge über den Wert, nicht die Mietzahl aus der Schlagzeile.

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Wenn Sie kaufen wollen

  • Der Preis, den Sie heute sehen, hat die Zinsbewegung hinter sich. Die rund 12.000 Euro Mehraufwand im ersten Jahr sind der Grund, warum die Kaufpreise nachgegeben haben.
  • In Bezirken mit wenig Neubau bleibt die Auswahl dauerhaft klein. Wer dort abwartet, gewinnt selten etwas.
  • Wer die Finanzierung zuerst klärt, weiß, welcher Preis für ihn bezahlbar ist. Bei 400.000 Euro Kredit entscheiden drei Prozentpunkte über rund 1.000 Euro im Monat.

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Klarstellung

Was wir aus alldem nicht ableiten

Wir sagen keine Preise voraus. Wie sich die Zinsen in den nächsten Jahren entwickeln, weiß niemand. Ohne das ist jede Preisvorhersage für den Immobilienmarkt eine Behauptung.

Seriös sagen lässt sich dreierlei. Die Richtung der Zinsen erklärt die Preisbewegung der Vergangenheit sehr gut. Das Angebot bleibt in Berlin knapp. Und die Lücke zwischen alten und neu abgeschlossenen Mietverträgen ist die auffälligste Spannung im Markt.

Wer daraus eine eigene Entscheidung ableiten will, richtet sie an der eigenen Finanzierung aus und daran, wie lange er die Immobilie halten will. Nicht an einer Marktmeinung.

Pflege

Aktualisierung dieses Reports

Zinsreihe der Bundesbank
bei jedem Neubau der Website
Preis-, Miet- und Einkommensreihen des Amts für Statistik
jährlich
Leerstandszahlen aus dem Zensus
in mehrjährigem Abstand
Text dieses Reports
quartalsweise überprüft

Der Datenstand der Zinsreihe steht an der Grafik.

Quellen dieses Reports: Deutsche Bundesbank (Renditen für Bundeswertpapiere, zehn Jahre Restlaufzeit, bei jedem Website-Neubau abgerufen). Dazu kommen Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Verbraucherpreis-, Miet- und Einkommensindex sowie Fertigstellungen) und Zensus 2022 (Leerstand, Stichtag 15.05.2022). Die Angebotsmieten je Bezirk stammen von der Investitionsbank Berlin.

Zusammengestellt von BBI Immobilien. Angaben ohne Gewähr. Dieser Report ist keine Finanzierungs- oder Anlageberatung.

Häufige Fragen

Zinsen und Markt: häufige Fragen.

Stand der Antworten: 18. September 2026

Warum steht hier der Zins für Anleihen des Bundes und nicht der Bauzins?

Weil dieser Zins belegbar ist und bei jedem Neubau der Website frisch aus der Bundesbank kommt. Die Bundesbank veröffentlicht ihn täglich. An ihm hängen die Pfandbriefe der Banken und darüber die Bauzinsen. Eine amtliche Reihe nur für Baukredite mit über zehn Jahren festem Zins haben wir in laufend aktualisierter Form nicht gefunden. Eine Zahl aus einer Grafik abzulesen, kam nicht in Frage.

Erklärt der Zins die Preiskorrektur allein?

Nicht allein, aber er erklärt mehr als jede andere einzelne Zahl. Die langfristigen Zinsen sind seit 2020 um rund drei Prozentpunkte gestiegen (siehe Bundesbank-Reihe oben). Wer die Monatsrate ausrechnet, sieht sofort: Bei gleicher Rate ist derselbe Kaufpreis nicht mehr zu stemmen. Baukosten, Energieauflagen und die Preisvorstellung der Verkäufer wirken zusätzlich, aber schwächer.

Steigen die Mieten wirklich so stark, wie es in den Schlagzeilen steht?

Bei neuen Vermietungen ja, bei laufenden Verträgen nein. Die amtliche Mietreihe zählt alle Wohnungen mit und ist seit 2020 langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt. Die auffälligen Sprünge betreffen fast nur neu abgeschlossene Verträge. Für Eigentümer heißt das: Die Miete, die in Ihrem Haus heute gezahlt wird, folgt der Schlagzeile in aller Regel nicht.

Verkaufen oder abwarten?

Wir schätzen Ihre Immobilie ein und sagen offen, was der Markt gerade hergibt.

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