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Kaufnebenkosten in Berlin
Beim Kauf in Berlin zahlen Sie 6,0 Prozent Grunderwerbsteuer, rund 1,5 bis 2,0 Prozent für Notar und Grundbuchamt und, wenn ein Makler dabei ist, üblicherweise 3,57 Prozent Provision mit Umsatzsteuer. Bei einer Eigentumswohnung für 500.000 Euro sind das zusammen rund 56.850 Euro.
Auf den Kaufpreis kommen in Berlin mit Makler rund elf bis zwölf Prozent obendrauf. Wer das erst beim Notar merkt, hat ein Finanzierungsproblem.
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Die vier Posten im Überblick
Kaufnebenkosten sind kein Kleingedrucktes. An ihnen entscheidet sich, ob die Bank Ja oder Nein sagt. In Berlin sind es vier Posten. Wie viel Kaufpreis nach Abzug der Nebenkosten zu Ihrem Einkommen passt, rechnet der Leistbarkeitsrechner vor.
| Posten | Höhe in Berlin | Wann fällig |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 6,0 % des Kaufpreises | etwa sechs bis zehn Wochen nach dem Notartermin |
| Notar | rund 1,0 bis 1,5 % | kurz nach dem Notartermin |
| Grundbuchamt | rund 0,5 % | wenn Sie eingetragen werden |
| Maklerprovision, falls ein Makler dabei ist | in Berlin üblich 3,57 % mit Umsatzsteuer für den Käufer | sobald der Kaufvertrag steht |
Die Prozente für Notar und Grundbuch sind Erfahrungswerte. Berechnet werden sie nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Je teurer die Immobilie, desto kleiner fällt der Anteil aus.
Grunderwerbsteuer: der größte Brocken
Berlin nimmt seit 2014 sechs Prozent Grunderwerbsteuer. Damit liegt die Stadt im oberen Feld der Bundesländer. Gerechnet wird auf das, was Sie für die Immobilie geben, also normalerweise auf den Kaufpreis im Vertrag.
Einen erlaubten Trick übersehen viele. Auf Dinge, die nicht fest zum Haus gehören, fällt keine Grunderwerbsteuer an. Steht die Einbauküche mit 12.000 Euro als eigener Posten im Kaufvertrag, sparen Sie 720 Euro Steuer.
Zwei Bedingungen: Die Preise müssen stimmen, und die Sachen müssen sich wirklich herausnehmen lassen. Wer zu dick aufträgt, fällt beim Finanzamt auf. Und die Bank zieht den Betrag von dem ab, was sie zu beleihen bereit ist.
Der Steuerbescheid kommt einige Wochen nach dem Notartermin. Erst wenn Sie gezahlt haben, schickt das Finanzamt seine Unbedenklichkeitsbescheinigung, also die Bestätigung, dass steuerlich nichts offen ist. Ohne dieses Blatt trägt das Grundbuchamt Sie nicht als Eigentümer ein.
Notar und Grundbuch
Ohne Notar geht es nicht. Nach § 311b des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss ein Kaufvertrag über eine Immobilie beim Notar unterschrieben werden, sonst gilt er nicht. Was der Notar kostet, steht im Gerichts- und Notarkostengesetz. Es ist überall gleich. Handeln ist zwecklos.
Der Notar rechnet mehrere Schritte ab. Den Termin selbst. Die Auflassungsvormerkung, also den Platzhalter im Grundbuch, der Ihnen die Immobilie sichert. Die Abwicklung danach. Und die Zeit, in der er Ihr Geld treuhänderisch verwaltet. Diese Kosten zahlt normalerweise der Käufer. Der Verkäufer zahlt dafür, alte Kredite aus dem Grundbuch löschen zu lassen.
Das Grundbuchamt verlangt Geld für drei Einträge: den Platzhalter, die Umschreibung auf Ihren Namen und, wenn Sie einen Kredit aufnehmen, die Grundschuld der Bank. Wie das der Reihe nach abläuft, steht im Beitrag zum Notartermin und Grundbuch.
Maklerprovision seit dem Halbteilungsprinzip
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen an Privatleute eine Regel: Hat der Verkäufer den Makler beauftragt oder arbeitet der Makler für beide Seiten, zahlt der Käufer höchstens so viel Provision wie der Verkäufer, also nie mehr als die Hälfte. Nachzulesen in den §§ 656a bis 656d des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
In Berlin liegt die Provision deshalb meist bei 7,14 Prozent mit Umsatzsteuer, geteilt in zwei Hälften von je 3,57 Prozent. Für Sie als Käufer wichtig: Sie zahlen erst, wenn der Verkäufer seinen Teil belegt hat. Mehr dazu im Ratgeber Maklerprovision in Berlin.
Das gilt nicht für jede Immobilie. Beim Kauf eines Mehrfamilienhauses, eines Grundstücks oder einer Gewerbeimmobilie greift die Regel nicht. Dort halten Auftraggeber und Makler die Provision im Maklervertrag fest. Wie hoch sie ist, steht im Exposé.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir an, Sie kaufen in Berlin eine Eigentumswohnung für 500.000 Euro über einen Makler.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis | 500.000 € |
| Grunderwerbsteuer 6,0 % | 30.000 € |
| Notar und Grundbuchamt, rund 1,8 % | 9.000 € |
| Maklerprovision, Ihre Hälfte, 3,57 % | 17.850 € |
| Nebenkosten gesamt | 56.850 € |
| Gesamtaufwand | 556.850 € |
Beispiel, gerundet. Was Notar und Grundbuchamt bei Ihnen kosten, hängt vom Fall ab, vor allem davon, ob eine Grundschuld für die Bank eingetragen wird.
Das sind rund 11,4 Prozent obendrauf. Banken leihen Ihnen dieses Geld normalerweise nicht. Sie brauchen die 56.850 Euro also zusätzlich zu dem Eigenkapital, das die Bank für den Kaufpreis sehen will.
Rechner
Kaufnebenkosten berechnen
Tragen Sie Ihren Kaufpreis ein. Der Rechner nutzt dieselben Sätze wie das Rechenbeispiel oben. Den Anteil für Notar und Grundbuchamt können Sie innerhalb der üblichen Spanne ändern.
Ihre Angaben
Bitte den Kaufpreis eingeben. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser und wird nicht gespeichert. Nur wenn Sie sich das Ergebnis als PDF schicken lassen, gehen Ihre Eingaben an uns.
Kaufnebenkosten zusammen €Das sind rund % des Kaufpreises.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis | € |
| Grunderwerbsteuer 6,0 % | € |
| Notar und Grundbuchamt, rund % | € |
| Maklerprovision, Ihre Hälfte, 3,57 % | € |
| Nebenkosten gesamt | € |
| Nebenkosten in Prozent des Kaufpreises | % |
| Gesamtaufwand | € |
Ob der Kaufpreis samt Nebenkosten zu Ihrem Einkommen passt, rechnet der Leistbarkeitsrechner vor.
Unverbindliche Beispielrechnung, keine Beratung. Notar und Grundbuchamt sind Erfahrungswerte. Was bei Ihnen anfällt, hängt vom Fall ab, vor allem davon, ob eine Grundschuld für die Bank eingetragen wird. Die Grunderwerbsteuer rundet der Rechner wie das Gesetz auf volle Euro ab (§ 11 Absatz 2 Grunderwerbsteuergesetz).
Was Käufer oft vergessen
- Kosten nach dem Kauf. Umzug, Küche, Renovierung und im Zweifel eine neue Heizung stehen nicht im Kaufvertrag, fallen aber trotzdem an.
- Die Rücklage für Reparaturen. Bei einer Eigentumswohnung gehört die Erhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft, nicht dem Verkäufer. Mit dem Kauf werden Sie Mitglied dieser Gemeinschaft; die Rücklage ist kein Teil des Kaufpreises. Schauen Sie nach, wie viel darauf liegt und was die Eigentümer zuletzt beschlossen haben.
- Beschlossene Sonderumlagen. Haben die Eigentümer ein neues Dach beschlossen, kann das schnell fünfstellig werden. Es gehört in den Kaufvertrag, wer das zahlt. Sonst streiten Sie später darüber.
- Grundsteuer. Sie läuft ab der Übergabe auf Ihren Namen weiter. Seit der Reform ist sie in vielen Fällen anders hoch als früher.
Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 29. Juli 2026 wieder und dient der ersten Orientierung. Er ersetzt weder eine Rechts- noch eine Steuerberatung im Einzelfall. Als Immobilienmakler dürfen und wollen wir keine Rechtsberatung erbringen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt, eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Quellen
- § 11 Grunderwerbsteuergesetz in Verbindung mit dem Berliner Landesrecht (Steuersatz sechs Prozent seit 2014)
- §§ 656a bis 656d Bürgerliches Gesetzbuch, Maklervertrag über Wohnungen und Einfamilienhäuser
- § 311b Absatz 1 BGB, notarielle Beurkundung von Grundstückskaufverträgen
- Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Kostenverzeichnis
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Häufige Fragen
Kaufnebenkosten: häufige Fragen.
Stand der Antworten: 29. Juli 2026
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Berlin?
Berlin nimmt sechs Prozent des Kaufpreises. Der Satz gilt seit 2014 unverändert. Gerechnet wird auf den Kaufpreis im Vertrag, abzüglich der Dinge, die Sie dort einzeln aufführen und die nicht fest zum Haus gehören.
Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?
Meistens nicht. Für die Nebenkosten bekommt die Bank keine Sicherheit, denn Steuer und Notar kann sie nicht verkaufen. Es gibt Kredite, die auch das abdecken. Die sind teurer und setzen eine sehr gute Schufa und ein sicheres Einkommen voraus.
Wer zahlt den Notar, Käufer oder Verkäufer?
Normalerweise der Käufer, und zwar für den Termin selbst, den Platzhalter im Grundbuch und die Umschreibung. Der Verkäufer zahlt dafür, seine alten Kredite aus dem Grundbuch löschen zu lassen. Der Notar arbeitet für beide Seiten und muss neutral bleiben.
Lässt sich bei den Nebenkosten überhaupt etwas sparen?
Bei Notar und Grundbuchamt nicht, das steht im Gesetz. Bei der Grunderwerbsteuer schon: Führen Sie Küche und Möbel einzeln und mit realistischem Wert im Vertrag auf, kann der Betrag sinken. Bei der Maklerprovision kommt es auf die Immobilie an. Bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen an Privatleute zahlt die Käuferseite höchstens die Hälfte, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat oder der Makler für beide arbeitet.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten bei 250.000 Euro Kaufpreis?
Mit Makler rund 27.700 bis 28.900 Euro: 15.000 Euro Grunderwerbsteuer (6,0 Prozent), 3.750 bis 5.000 Euro für Notar und Grundbuchamt (1,5 bis 2,0 Prozent) und 8.925 Euro für Ihre Hälfte der Maklerprovision (3,57 Prozent). Das sind 11,1 bis 11,6 Prozent des Kaufpreises. Ohne Makler bleiben 18.750 bis 20.000 Euro.
Wie hoch sind die Notarkosten beim Wohnungskauf in Berlin?
Für den Notar rechnen Sie mit rund 1,0 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises, für das Grundbuchamt mit rund 0,5 Prozent. Die Gebühren stehen im Gerichts- und Notarkostengesetz und sind bei jedem Notar gleich. Lassen Sie für die Bank eine Grundschuld eintragen, wird es etwas mehr.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Berlin ohne Makler?
Rund 7,5 bis 8,0 Prozent des Kaufpreises: 6,0 Prozent Grunderwerbsteuer und 1,5 bis 2,0 Prozent für Notar und Grundbuchamt. Bei 500.000 Euro Kaufpreis sind das etwa 37.500 bis 40.000 Euro.
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