Ratgeber Vermieten

Der Berliner Mietspiegel 2026: was die Wohnlage für Ihre Miete bedeutet

Der Berliner Mietspiegel 2026 zeigt, welche Miete in Berlin ortsüblich ist. Eines seiner Merkmale ist die Wohnlage mit den Stufen einfach, mittel und gut. Von 400.505 Berliner Adressen liegen 82.544 in guter Lage, 200.341 in mittlerer und 117.620 in einfacher. Die Wohnlage gehört zur Mietberechnung und sagt nichts über den Kaufpreis einer Immobilie.

Ratgeber Vermieten6 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt. Der Mietspiegel ist die Tabelle, an der sich in Berlin die ortsübliche Vergleichsmiete ablesen lässt. Die Wohnlage ist eines seiner Merkmale, neben Baujahr, Größe und Ausstattung. Für Eigentümer, die vermieten, und für Mieter ist sie deshalb ein Baustein jeder Mietrechnung; für den Kaufpreis ist sie keiner.

400.505Berliner Adressen ordnet der Mietspiegel 2026 in eine Wohnlage einSenatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Stand 16.09.2026
20,6 Prozentder Adressen haben eine gute Wohnlage (82.544), 50,0 Prozent eine mittlere (200.341)eigene Auswertung des Geoportal-Datensatzes Wohnlagen nach Adressen zum Mietspiegel 2026
29,4 Prozentder Adressen liegen in einfacher Wohnlage (117.620)eigene Auswertung des Geoportal-Datensatzes Wohnlagen nach Adressen zum Mietspiegel 2026
10 Prozentdarf eine neue Miete höchstens über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, von Ausnahmen abgesehen§ 556d BGB, ganz Berlin bis 31.12.2029

Was ist der Berliner Mietspiegel?

Wer in Berlin eine Miete erhöhen oder neu vereinbaren will, braucht einen Maßstab. Das Gesetz nennt ihn die ortsübliche Vergleichsmiete (§ 558 BGB). Der Berliner Mietspiegel macht diesen Maßstab ablesbar: Er sortiert Wohnungen nach Wohnlage, Baujahr und Wohnfläche in Felder und nennt für jedes Feld eine Spanne mit Unterwert, Mittelwert und Oberwert. Die Werte gelten für Wohnungen mit Sammelheizung, Bad und WC in der Wohnung; für einfacher ausgestattete Wohnungen gibt es einen Abschlag. Veröffentlicht wird er von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; der aktuelle, der Mietspiegel 2026, gilt seit dem 28. Mai 2026 und bildet die Mieten zum Stichtag 1. September 2025 ab. Er gilt für nicht preisgebundene Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die bis Ende 2024 bezugsfertig wurden; Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Neubau ab 2025 fallen nicht darunter.

Der Mietspiegel 2026 ist ein qualifizierter Mietspiegel im Sinne des § 558d BGB: nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Senatsverwaltung sowie den Berliner Mieter- und Vermieterverbänden anerkannt. Vor Gericht wird deshalb vermutet, dass seine Werte die ortsübliche Vergleichsmiete wiedergeben (§ 558d Absatz 3 BGB). Wo in der Spanne eine einzelne Wohnung liegt, entscheiden Merkmale wie ein zweites Bad oder ein fehlender Aufzug, und darüber wird vor Gericht oft gestritten. Mehr zur Mietpreisbremse steht in unserem Ratgeber.

Die drei Wohnlagen: einfach, mittel, gut

Der Mietspiegel kennt drei Wohnlagen: einfach, mittel und gut. Die Wohnlage ist eines der Merkmale, nach denen eine Wohnung in die Tabelle eingeordnet wird, und damit ein Baustein der ortsüblichen Vergleichsmiete. Welche Adresse welche Stufe bekommt, legt die Senatsverwaltung fest; veröffentlicht ist das im Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2026 und als Datensatz „Wohnlagen nach Adressen" im Geoportal Berlin.

Wie sich Berlin auf die Wohnlagen verteilt

Der Mietspiegel 2026 stuft 400.505 Berliner Adressen ein, Stand der Daten 16. September 2026. Am häufigsten ist die mittlere Wohnlage mit 200.341 Adressen, das sind 50,0 Prozent. In guter Wohnlage liegen 82.544 Adressen (20,6 Prozent), in einfacher 117.620 (29,4 Prozent).

Wohnlagen der Berliner Adressen im Mietspiegel 2026
WohnlageAdressenAnteil
gut82.54420,6 Prozent
mittel200.34150,0 Prozent
einfach117.62029,4 Prozent

Wie Sie Ihre Wohnung einordnen

Schritt eins ist die Adresse: In unserer Wohnlagenkarte geben Sie Straße und Hausnummer ein oder klicken auf eine Straße. Eine mittige Linie bedeutet, dass beide Straßenseiten gleich eingestuft sind; versetzte Linien zeigen unterschiedliche Seiten. Verbindlich ist die Zuordnung im Straßenverzeichnis der Senatsverwaltung beziehungsweise im Abfrageservice unter mietspiegel.berlin.de.

Schritt zwei ist die Tabelle: Wohnlage, Baujahr und Wohnfläche führen in das passende Feld des Mietspiegels. Die Orientierungshilfe zum Mietspiegel prüft fünf Merkmalgruppen (Bad, Küche, Wohnung, Gebäude, Wohnumfeld). Überwiegen in einer Gruppe die wohnwerterhöhenden Merkmale, kommen 20 Prozent des Abstands zwischen Mittelwert und oberem Spannenwert hinzu; überwiegen die mindernden, gehen 20 Prozent des Abstands zum unteren Spannenwert ab. Die Gruppen werden gegeneinander aufgerechnet. Die Orientierungshilfe gehört laut Senatsverwaltung nicht zum qualifizierten Teil des Mietspiegels, dient aber als Schätzgrundlage für die Lage in der Spanne. Der Mietrechner rechnet beides aus der Adresse und zeigt zusätzlich die Grenze der Mietpreisbremse.

Schritt drei ist der Beleg: Halten Sie vor einer Vermietung schriftlich fest, wie Sie die Wohnung im Mietspiegel einordnen. Wenn ein Mieter später widerspricht, können Sie Ihre Einordnung damit belegen.

Was die Wohnlage nicht sagt

Die Wohnlage ist kein Urteil über den Kaufpreis. Sie gehört zur Mietberechnung. Was eine Immobilie beim Verkauf bringt, zeigen vergleichbare Verkäufe in der Umgebung; wie wir das einschätzen, steht im Ratgeber Marktpreiseinschätzung in Berlin. Auch ob ein Haus im Milieuschutz liegt, steht nicht im Mietspiegel: In Berlin gelten 82 soziale Erhaltungsgebiete, 51.633 Adressen liegen innerhalb (Karte, eigene Auswertung der Adresspunkte, Stand 16.09.2026).

Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Als Immobilienmakler dürfen und wollen wir keine Rechtsberatung erbringen; bei Streit um eine Miete hilft ein Rechtsanwalt oder ein Mieterverein.

Quellen und Stand

Angaben zu den Berliner Zahlen stammen von diesen Seiten unserer Website:

Quellen gelesen am 28. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Mietspiegel Berlin: häufige Fragen.

Stand der Antworten: 28. Oktober 2026

Wer legt fest, welche Wohnlage meine Adresse hat?

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Einstufung je Adresse steht im Straßenverzeichnis zum Mietspiegel 2026 und wird als Wohnlagen nach Adressen im Geoportal Berlin veröffentlicht.

Gilt die Wohnlage für beide Straßenseiten?

Nicht immer; die Zuordnung erfolgt je Hausnummernbereich. Auf unserer Wohnlagenkarte zeigt eine mittige Linie, dass beide Seiten gleich eingestuft sind. Versetzte Linien bedeuten, dass die Straßenseiten unterschiedlich liegen.

Sagt die Wohnlage etwas über den Kaufpreis?

Nein. Die Wohnlage ist ein Merkmal der Mietberechnung. Was eine Immobilie beim Verkauf bringt, zeigen vergleichbare Verkäufe in der Umgebung; dafür dient die Marktpreiseinschätzung.

Ist der Berliner Mietspiegel qualifiziert?

Ja. Der Berliner Mietspiegel 2026 ist ein qualifizierter Mietspiegel im Sinne des § 558d BGB, erstellt nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen und anerkannt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie den Berliner Mieter- und Vermieterverbänden. Die Orientierungshilfe für die Spanneneinordnung gehört nach Angabe der Senatsverwaltung nicht zum qualifizierten Teil.

Wie finde ich die ortsübliche Miete für meine Wohnung?

Der Mietspiegel sortiert Wohnungen nach Wohnlage, Baujahr und Wohnfläche in Felder und nennt je Feld eine Spanne mit Mittelwert. Verbindlich ist der Abfrageservice der Senatsverwaltung unter mietspiegel.berlin.de; eine erste Näherung liefert unser Mietrechner: Adresse, Wohnfläche und Baujahr genügen.

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