Ratgeber Kaufen

Kaufen mit wenig Eigenkapital

Banken erwarten in der Regel, dass Sie mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenem Geld zahlen, in Berlin mit Makler rund 11 bis 11,6 Prozent des Kaufpreises. Bei einer Wohnung für 300.000 Euro sind das mit vorsichtig gerechneten 2 Prozent für Notar und Grundbuch 34.710 Euro.

Mit weniger Eigenkapital zu kaufen ist möglich. Eine Finanzierung über den Kaufpreis hinaus bieten aber nur wenige Banken an, meist mit Zinsaufschlag und nur bei sicherem Einkommen.

Gesamtnote und Anzahl der Bewertungen aus unserem Google-Profil, Stand 28.09.2026. Wir prüfen nicht, ob die Verfasser unsere Leistungen tatsächlich genutzt haben, und gewähren keine Gegenleistung für Bewertungen. Hinweise zu Bewertungen

34.710 € Nebenkosten mit Makler bei 300.000 Euro Kaufpreis, die Sie aus eigenem Geld zahlen sollten 6,0 % + 2 % + 3,57 %; BBI: Kaufnebenkosten Berlin
100.000 € höchster Förderkredit im KfW-Wohneigentumsprogramm 124, auch für Nebenkosten KfW, abgerufen 28. Oktober 2026
90.000 € Einkommensgrenze im Jahr bei einem Kind für die KfW-Familienprogramme 300 und 308, plus 10.000 Euro je weiterem Kind KfW, abgerufen 28. Oktober 2026

Was Banken verlangen

Eine feste Mindestquote schreibt kein Gesetz vor. Das Gesetz verlangt von der Bank aber, Ihre Kreditwürdigkeit zu prüfen, bevor sie ein Immobiliendarlehen vergibt (§ 505a BGB). Dazu gehören Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben und der Wert der Immobilie, den die Bank selbst ansetzt. Dieser Wert kann unter dem Kaufpreis liegen.

Für die Nebenkosten bekommt die Bank keine Sicherheit. Grunderwerbsteuer, Notar und Maklerprovision stehen nicht im Grundbuch und lassen sich nicht verwerten. Deshalb erwarten Banken in aller Regel, dass Sie diese Kosten selbst zahlen. Alles, was Sie zusätzlich einbringen, senkt das Darlehen. Je kleiner das Darlehen im Verhältnis zum Wert der Immobilie, desto günstiger fällt der Zins meist aus.

Für die Praxis heißt das: Ihr Eigenkapital sollte zuerst die Nebenkosten decken, dann eine Reserve für die ersten Monate, und erst der Rest fließt in den Kaufpreis.

Wie viel jeder zusätzliche Euro bringt, zeigt eine kurze Rechnung. 30.000 Euro mehr Eigenkapital senken das Darlehen um 30.000 Euro. Bei 3,8 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung sind das 145 Euro weniger Rate im Monat (30.000 mal 5,8 Prozent geteilt durch 12). Hinzu kommt, was die Bank beim Zins nachlässt, wenn ihr Anteil am Objektwert kleiner wird. Den Betrag nennt sie im Angebot, eine feste Staffel gibt es nicht.

Was als Eigenkapital zählt

Eigenkapital ist Geld, das Ihnen gehört und das Sie für den Kauf einsetzen können. Dazu zählen:

  • Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten,
  • Wertpapiere und Fondsanteile, deren Wert bis zum Kauf schwanken kann,
  • Bausparguthaben,
  • Geld, das Ihnen Eltern oder Großeltern schenken,
  • ein eigenes, unbelastetes Grundstück, wenn Sie bauen.

Eine Schenkung der Eltern ist bis 400.000 Euro je Elternteil und Kind innerhalb von zehn Jahren steuerfrei (§ 16 Erbschaftsteuergesetz, zehn Jahre nach § 14). Ein Privatdarlehen der Familie ist dagegen Fremdkapital. Die Bank rechnet seine Rate in Ihre Haushaltsrechnung ein. Ob eine Schenkung oder ein Darlehen besser passt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Kein Eigenkapital im Sinne der Bank sind dagegen Geld, das Sie sich selbst leihen, etwa über einen Ratenkredit, und Beträge, die erst nach dem Kauf frei werden. Ein Ratenkredit für die Nebenkosten taucht außerdem in Ihrer Schufa auf und belastet die Haushaltsrechnung doppelt.

Halten Sie nicht alles im Kauf fest. Wer am Notartag das letzte Geld überweist, kann die erste Heizungsreparatur oder eine Sonderumlage der Eigentümergemeinschaft nur noch mit einem teuren Kredit zahlen.

Nebenkosten zuerst

Was das bei einer Wohnung für 300.000 Euro in Berlin heißt, zeigt die Rechnung. Notar und Grundbuch sind mit 2 Prozent angesetzt, am oberen Rand der üblichen Spanne von 1,5 bis 2,0 Prozent.

Kaufnebenkosten für eine Wohnung in Berlin mit 300.000 Euro Kaufpreis, Kauf über einen Makler
PostenRechnungBetrag
Grunderwerbsteuer300.000 € mal 6,0 %18.000 €
Notar und Grundbuch300.000 € mal 2 %6.000 €
Maklerprovision, Käuferanteil300.000 € mal 3,57 %10.710 €
Nebenkosten zusammen11,57 %34.710 €

Beispiel. Die Sätze stammen aus unserem Ratgeber Kaufnebenkosten in Berlin. Ohne Makler entfallen die 10.710 Euro.

Rund 35.000 Euro sind also die Untergrenze, bei der eine Bank ohne Zusatzaufschlag rechnen kann. Wer sie nicht hat, landet bei einer Finanzierung von 100 Prozent oder mehr.

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Nachweis und Zeitpunkt

Die Bank will Ihr Eigenkapital sehen, meist als aktuelle Kontoauszüge oder Depotauszüge. Wird ein Teil erst später frei, etwa ein Festgeld oder ein Bausparvertrag, sagen Sie das gleich im ersten Gespräch. Sonst rechnet die Bank mit Geld, das am Zahltag noch fest liegt.

Die Nebenkosten werden nicht alle am selben Tag fällig. Die Maklerprovision zahlen Sie, sobald der Kaufvertrag steht. Die Rechnung des Notars kommt kurz nach dem Termin. Die Grunderwerbsteuer fordert das Finanzamt etwa sechs bis zehn Wochen nach dem Notartermin an, und erst wenn sie bezahlt ist, kann das Grundbuchamt Sie als Eigentümer eintragen. Der Kaufpreis selbst wird fällig, wenn der Notar es Ihnen mitteilt. Planen Sie Ihr Eigenkapital für diese Reihenfolge. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Kaufnebenkosten in Berlin.

Wenn die Familie helfen will

Viele Erstkäufer bekommen Unterstützung von Eltern oder Großeltern. Für die Bank macht es einen Unterschied, in welcher Form das Geld kommt.

Eine Schenkung zählt voll als Eigenkapital. Halten Sie sie schriftlich fest, damit die Bank sieht, dass niemand das Geld zurückfordert. Ein Familiendarlehen dagegen ist eine Schuld. Die Bank rechnet seine Rate in Ihre Haushaltsrechnung ein, auch wenn die Eltern großzügig sind. Ob eine Bank ein zinsloses, erst spät fälliges Familiendarlehen anders bewertet, klärt Ihr Finanzierungsberater vorab.

Eine dritte Möglichkeit ist eine zusätzliche Sicherheit, etwa eine Grundschuld auf der schuldenfreien Immobilie der Eltern. Das senkt das Risiko der Bank, bindet aber das Haus der Eltern an Ihren Kredit. Lassen Sie sich dazu beraten, bevor jemand unterschreibt, und sprechen Sie in der Familie offen darüber, was passiert, wenn Sie die Raten einmal nicht zahlen können.

100- und 110-Prozent-Finanzierung

Bei einer 100-Prozent-Finanzierung leiht Ihnen die Bank den ganzen Kaufpreis, die Nebenkosten zahlen Sie selbst. Bei einer sogenannten 110-Prozent-Finanzierung finanziert sie auch die Nebenkosten mit. In Berlin mit Makler sind das genau genommen 111,57 Prozent. Die Rechnung für dieselbe Wohnung mit drei verschiedenen Eigenkapitalbeträgen:

Darlehen, Monatsrate und Restschuld bei 300.000 Euro Kaufpreis und drei Eigenkapitalbeträgen
Rechenschritt0 € Eigenkapital34.710 €90.000 €
Kaufpreis plus Nebenkosten334.710 €334.710 €334.710 €
Darlehen (minus Eigenkapital)334.710 €300.000 €244.710 €
Darlehen in Prozent des Kaufpreises111,6 %100,0 %81,6 %
Monatsrate bei 3,8 % Zins und 2 % Tilgung (Darlehen mal 5,8 % geteilt durch 12)1.617,77 €1.450,00 €1.182,77 €
Restschuld nach 10 Jahren253.427 €227.146 €185.283 €

Beispielrechnung mit demselben Zins in allen drei Spalten. In der Praxis verlangen Banken bei höherem Darlehensanteil meist einen höheren Zins. Den Aufschlag nennt Ihnen die Bank im Angebot.

Die Tabelle unterschätzt den Abstand also. Schon ein halber Prozentpunkt mehr Zins kostet bei 334.710 Euro Darlehen rund 139 Euro im Monat (334.710 mal 0,5 Prozent geteilt durch 12).

Dazu kommen Risiken, die in keiner Monatsrate stehen:

  • Verkauf in den ersten Jahren. Die Nebenkosten sind weg. Müssen Sie wegen Jobwechsel oder Trennung verkaufen, deckt der Erlös die Schuld womöglich nicht, und Sie zahlen zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung (§ 502 BGB).
  • Anschlussfinanzierung. Nach zehn Jahren sind im Beispiel ohne Eigenkapital noch 253.427 Euro offen, das sind 84 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises. Ist der Zins dann höher, steigt die Rate deutlich.
  • Kein Puffer. Wer ohne Eigenkapital kauft, hat meist auch keine Reserve für Reparaturen.

Eine Vollfinanzierung kann trotzdem sinnvoll sein, etwa bei hohem, sicherem Einkommen und kurzer Sparzeit. Dann sollte die Tilgung eher höher liegen, damit die Restschuld schnell unter den Wert der Immobilie fällt.

Rechnen Sie in diesem Fall mit einer strengeren Prüfung. Banken, die auch die Nebenkosten finanzieren, setzen eine sehr gute Schufa und ein sicheres Einkommen voraus. Probezeit, befristeter Vertrag oder ein junges Unternehmen machen eine Vollfinanzierung schwer. Und weil die Bank kein Polster im Objekt hat, achtet sie stärker darauf, dass nach der Rate genug zum Leben bleibt. Eine Finanzierungsbestätigung vor der Besichtigung ist hier besonders wichtig: Sie wissen dann, ob eine Bank überhaupt mitgeht, bevor Sie sich in eine Wohnung verlieben.

Förderung: was es gibt und für wen

Förderkredite ersetzen kein Eigenkapital. Sie sind zusätzliche Kredite, oft mit günstigerem Zins, die die Bank in ihre Rechnung aufnimmt. Beantragt werden sie über Ihre Bank oder Ihren Finanzierungsvermittler, und zwar bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. Die Seiten der KfW haben wir am 28. Oktober 2026 geprüft:

KfW-Förderkredite für selbst genutztes Wohneigentum, Stand 28. Oktober 2026
ProgrammFür wenKredit
Wohneigentumsprogramm (124)Privatpersonen, die selbst einziehen; Kauf oder Bau, Nebenkosten förderfähigbis 100.000 €
Jung kauft Alt (308)Familien mit Kind unter 18, Einkommen bis 90.000 € plus 10.000 € je weiterem Kind; Altbau der Klasse F, G oder H, Sanierung innerhalb von 4,5 Jahren140.000 bis 180.000 €
Wohneigentum für Familien (300)Familien mit denselben Einkommensgrenzen; Neubau oder Ersterwerb als Effizienzhaus 40 ohne Öl-, Gas- oder Biomasseheizung170.000 bis 270.000 €

Bei einer Eigentumswohnung betrifft eine energetische Sanierung meist das Gemeinschaftseigentum, also Dach, Fassade oder Heizung. Darüber beschließt die Eigentümergemeinschaft, nicht Sie allein. Ob Programm 308 in Ihrem Fall nutzbar ist, klären Sie deshalb vor dem Antrag mit Ihrem Berater.

So gehen Sie mit wenig Eigenkapital vor

  1. Nebenkosten für Ihren Zielpreis ausrechnen. Bei 250.000 Euro sind es mit Makler 28.925 Euro (11,57 Prozent).
  2. Prüfen, was Sie haben, was die Familie beisteuern kann und welche Reserve bleiben muss.
  3. Mit dem Finanzierungsberater klären, ob ein Förderkredit passt und welchen Zinsaufschlag eine Vollfinanzierung bei Ihnen kostet.
  4. Zielpreis anpassen. Mit dem Leistbarkeitsrechner sehen Sie sofort, was ein anderer Eigenkapitalbetrag am Kaufpreis ändert.
  5. Erst dann besichtigen, mit Finanzierungsbestätigung in der Tasche. Bei mehreren Interessenten entscheidet der Verkäufer oft für den, der seine Finanzierung belegen kann.

Die Vermittlung von Immobilienkrediten (Immobiliardarlehensvermittlung nach § 34i GewO) übernimmt bei uns Maximilian Vigansky persönlich. Die Registerangaben stehen im Impressum. Wenn wir von einem Partner Geld bekommen, sagen wir Ihnen das vorher. Wie die Rate bei verschiedenen Zinsbindungen aussieht, rechnen Sie auf der Seite Baufinanzierung in Berlin nach.

Hinweis. Die Rechenbeispiele sind unverbindlich und arbeiten mit einem angenommenen Zins von 3,8 Prozent, Stand 28. Oktober 2026. Sie sind kein Finanzierungsangebot und keine Steuerberatung. Förderbedingungen ändern sich, maßgeblich sind die aktuellen Merkblätter der KfW.

Quellen

Aktuell im Angebot

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Häufige Fragen

Eigenkapital: häufige Fragen.

Stand der Antworten: 28. Oktober 2026

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilie in Berlin?

In der Regel mindestens die Kaufnebenkosten, mit Makler rund 11 bis 11,6 Prozent des Kaufpreises. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das mit 2 Prozent für Notar und Grundbuch 34.710 Euro. Jeder Euro darüber senkt das Darlehen und meist auch den Zins.

Kann ich ohne Eigenkapital eine Immobilie kaufen?

Manche Banken finanzieren auch die Nebenkosten mit. Das setzt ein hohes, sicheres Einkommen und gute Bonität voraus und kostet meist einen Zinsaufschlag. Bei 300.000 Euro Kaufpreis läge das Darlehen bei 334.710 Euro, die Rate bei 3,8 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung bei 1.617,77 Euro im Monat.

Was ist eine 110-Prozent-Finanzierung?

Eine Finanzierung, bei der die Bank Kaufpreis und Nebenkosten leiht. In Berlin mit Makler sind das genau genommen 111,57 Prozent des Kaufpreises. Das Risiko liegt bei Ihnen: Verkaufen Sie in den ersten Jahren, deckt der Erlös die Schuld womöglich nicht.

Zählt eine Schenkung der Eltern als Eigenkapital?

Ja. Geschenktes Geld gehört Ihnen und zählt wie eigenes Erspartes. Kinder haben je Elternteil einen Freibetrag von 400.000 Euro innerhalb von zehn Jahren (§§ 14, 16 ErbStG). Ein Darlehen der Familie ist dagegen Fremdkapital und geht mit seiner Rate in die Haushaltsrechnung ein.

Gibt es Förderung für Käufer mit wenig Eigenkapital?

Die KfW vergibt Förderkredite, etwa bis 100.000 Euro im Wohneigentumsprogramm 124 für selbst genutzte Immobilien, Nebenkosten eingeschlossen. Familien mit Einkommen bis 90.000 Euro bei einem Kind können je nach Objekt die Programme 300 oder 308 nutzen. Der Antrag läuft über die Bank und muss vor dem Kaufvertrag gestellt sein.

Ersetzt ein KfW-Kredit das Eigenkapital?

Nein. Ein Förderkredit ist ein zusätzlicher Kredit. Er kann günstiger sein als das Bankdarlehen, erhöht aber Ihre Gesamtschuld, und die Bank rechnet seine Rate in die Haushaltsrechnung ein.

Wenig Eigenkapital, trotzdem kaufen?

Legen Sie ein Suchprofil an. Auf Wunsch rechnet unser Finanzierungsberater mit Ihnen durch, welcher Weg zu Ihrem Fall passt.

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