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Haus kaufen im Berliner Umland
Wer ein Haus in Brandenburg kauft, zahlt 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, einen halben Prozentpunkt mehr als in Berlin; bei 450.000 Euro Kaufpreis sind das 29.250 Euro. Mit Notar, Grundbuch und Maklerprovision kommen rund 11,9 Prozent auf den Kaufpreis, also etwa 53.400 Euro.
Dafür bekommen Sie im Umland oft Grundstück und Wohnfläche, die in Berlin deutlich mehr kosten würden. Ob die Rechnung aufgeht, entscheiden Bebauungsplan, Erschließung, Heizung und die Frage, wie oft Sie in die Stadt müssen.
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Grunderwerbsteuer in Brandenburg: 6,5 Prozent
Brandenburg nimmt seit dem 1. Juli 2015 einen Steuersatz von 6,5 Prozent. Berlin liegt bei 6,0 Prozent. Der Unterschied klingt klein, kostet bei einem Einfamilienhaus aber schnell einige tausend Euro. Notar und Grundbuchamt rechnen dagegen überall gleich, nach dem bundesweiten Gerichts- und Notarkostengesetz.
| Posten | Rechnung | Brandenburg | Berlin |
|---|---|---|---|
| Kaufpreis | 450.000 € | 450.000 € | |
| Grunderwerbsteuer | 450.000 € × 6,5 % bzw. 6,0 % | 29.250 € | 27.000 € |
| Notar und Grundbuchamt, rund 1,8 % | 450.000 € × 1,8 % | 8.100 € | 8.100 € |
| Maklerprovision, Ihre Hälfte, 3,57 % | 450.000 € × 3,57 % | 16.065 € | 16.065 € |
| Nebenkosten gesamt | 53.415 € | 51.165 € | |
| in Prozent des Kaufpreises | Nebenkosten ÷ Kaufpreis | 11,9 % | 11,4 % |
Beispiel, gerundet. Notar und Grundbuch sind Erfahrungswerte zwischen 1,5 und 2,0 Prozent. Die Maklerprovision von 3,57 Prozent ist der in Berlin übliche Käuferanteil; im Umland kann sie abweichen, verbindlich ist das Exposé.
Banken finanzieren diese Nebenkosten in aller Regel nicht. Die 53.415 Euro aus dem Beispiel brauchen Sie also zusätzlich zum Eigenkapital für den Kaufpreis. Wie viel das insgesamt sein sollte, steht im Ratgeber Eigenkapital beim Immobilienkauf.
Pendeln: S-Bahn, Regionalbahn, Auto
Die Fahrzeit in die Stadt ist der Punkt, an dem Umland-Käufe am häufigsten nachträglich bereut werden. Probieren Sie den Weg deshalb vor dem Kauf aus, zur Hauptverkehrszeit und mit dem Verkehrsmittel, das Sie wirklich nutzen werden.
Grob lassen sich drei Lagen unterscheiden. Orte mit S-Bahn-Anschluss, etwa Oranienburg an der S1 oder Potsdam an der S7, sind ohne Umsteigen an das Berliner Netz angebunden. Orte an Regionalbahnstrecken, zum Beispiel Zossen oder Beelitz, erreichen Sie oft schneller, aber in einem dünneren Takt. Und Orte ohne Schiene, an denen Sie für fast jeden Weg das Auto brauchen. Kleinmachnow zum Beispiel hat keinen eigenen S-Bahnhof; der Weg führt über Bus oder Auto zu den Bahnhöfen der Nachbarorte.
Zum Alltag gehören mehr Wege als der zur Arbeit. Wie weit sind Kita, Grundschule und weiterführende Schule? Gibt es einen Supermarkt, den Sie ohne Auto erreichen, und eine Hausarztpraxis, die neue Patienten aufnimmt? In wachsenden Gemeinden rund um Berlin ist gerade der letzte Punkt nicht selbstverständlich. Fragen Sie im Rathaus nach, welche Schulen und Kitas für Ihre Adresse zuständig sind.
Rechnen Sie die Kosten mit. Ein zweites Auto, Parkplatz am Bahnhof, Zeitkarte: Das sind laufende Ausgaben, die eine Bank bei der Haushaltsrechnung ebenfalls sieht. Einen Überblick über die Orte rund um Berlin gibt unsere Seite zum Berliner Umland.
Bebauungsplan, Innenbereich, Außenbereich
Was auf einem Grundstück gebaut werden darf, entscheidet das Baurecht der Gemeinde. Es gibt drei Fälle. Im Geltungsbereich eines Bebauungsplans gilt, was der Plan festsetzt (§ 30 BauGB): Grundfläche, Geschosse, Dachform, manchmal sogar die Farbe der Ziegel. Im Innenbereich ohne Plan muss sich ein Bau in die nähere Umgebung einfügen (§ 34 BauGB). Im Außenbereich ist Wohnen nur ausnahmsweise erlaubt (§ 35 BauGB).
Für Sie heißt das: Wer anbauen, ein Gartenhaus aufstellen oder später ein zweites Haus auf das Grundstück setzen will, fragt vor dem Kauf beim Bauamt der Gemeinde oder des Amtes nach. Sehen Sie dort auch nach, ob ein neuer Bebauungsplan in Arbeit ist. Und lassen Sie sich einen Auszug aus dem Baulastenverzeichnis geben, das in Brandenburg die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt führt. Dort stehen Pflichten, die nicht im Grundbuch auftauchen, etwa ein Wegerecht zugunsten des Nachbarn.
Ein Sonderfall sind Häuser in früheren Wochenendhaus- oder Kleingartengebieten. Dort ist dauerhaftes Wohnen nicht überall erlaubt. Bevor Sie Ihren Hauptwohnsitz anmelden wollen, gehört diese Frage schriftlich geklärt.
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Erschließung: wer die Straße bezahlt
Erschließung heißt: Straße, Wasser, Abwasser, Strom. Wird eine Straße erstmals hergestellt, darf die Gemeinde Erschließungsbeiträge von den Anliegern verlangen (§§ 127 ff. BauGB). Mindestens 10 Prozent der Kosten trägt sie selbst, den Rest kann sie umlegen. Bei Sandpisten und Siedlungsstraßen, die nie fertig ausgebaut wurden, ist das im Umland keine Seltenheit.
Fragen Sie deshalb bei der Gemeinde schriftlich nach, ob für das Grundstück Erschließungsbeiträge abgerechnet sind oder noch ausstehen. Im Kaufvertrag regeln Sie, wer Beiträge zahlt, die nach dem Kauf eingefordert werden. Häufig wird vereinbart, dass der Verkäufer alles trägt, was bis zum Tag des Notartermins gebaut wurde.
Beim Abwasser lohnt ein zweiter Blick. Nicht jedes Haus im Umland hängt an der Kanalisation. Eine Sammelgrube muss regelmäßig abgefahren werden, eine Kleinkläranlage gewartet. Fragen Sie beim zuständigen Abwasserzweckverband oder Versorger nach, ob ein Anschluss geplant ist und welche Beiträge dann fällig werden.
Bodenrichtwerte: BORIS Brandenburg
Den Wert des Grundstücks ohne Haus können Sie selbst abschätzen. Die Gutachterausschüsse der Landkreise und kreisfreien Städte ermitteln Bodenrichtwerte aus tatsächlich beurkundeten Verkäufen. Für Brandenburg stehen sie kostenlos im Portal BORIS Brandenburg, für Berlin erklärt unser Ratgeber zum Bodenrichtwert Berlin den Weg.
Mit dem Richtwert prüfen Sie, wie viel vom Kaufpreis auf das Haus entfällt. Ein Beispiel mit angenommenen Werten:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Grundstücksfläche | 700 m² | |
| Bodenrichtwert laut BORIS (angenommen) | 300 €/m² | |
| Bodenwert | 700 m² × 300 €/m² | 210.000 € |
| Kaufpreis | 450.000 € | |
| Rechnerischer Preis für das Haus | 450.000 € - 210.000 € | 240.000 € |
Angenommene Werte. Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnitt für eine Zone. Lage, Zuschnitt und Größe des einzelnen Grundstücks können davon abweichen.
Für Häuser selbst gibt es keine Richtwerte wie für Boden. Die Gutachterausschüsse veröffentlichen aber jährlich Grundstücksmarktberichte mit Kaufpreisen für Ein- und Zweifamilienhäuser in ihrem Gebiet. Grundlage sind beurkundete Kaufverträge, also das, was tatsächlich bezahlt wurde. Angebotspreise aus Portalen fließen dort nicht ein.
Passen 240.000 Euro zu Baujahr, Zustand und Wohnfläche des Hauses? Wenn nicht, wissen Sie, wo Sie verhandeln.
Altlasten und Baugrund
Brandenburg hat eine lange Geschichte als Standort für Militär, Industrie und Landwirtschaft. Auf manchen Flächen sind Spuren davon im Boden geblieben. Ob ein Grundstück als Verdachtsfläche erfasst ist, sagt Ihnen die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises. Die Auskunft kostet wenig und gehört bei unbebauten Grundstücken oder geplanten Erdarbeiten zur Pflicht.
Dazu kommen Kampfmittel. In Teilen Brandenburgs, Oranienburg ist das bekannteste Beispiel, liegen bis heute Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Wer neu baut oder tief gräbt, klärt vorab, ob eine Kampfmittelfreiheit nachgewiesen werden muss. Wie eine Altlastenauskunft in Berlin abläuft, steht im Ratgeber Altlastenkataster Berlin.
Grundbuch, Nachbarn und Umgebung
Im Grundbuch stehen in Abteilung II Rechte Dritter am Grundstück. Bei Häusern im Umland findet man dort öfter als in der Stadt ein Wegerecht für das Hinterliegergrundstück, ein Leitungsrecht für Strom oder Gas oder ein Wohnrecht für frühere Eigentümer. Jedes dieser Rechte bleibt nach dem Kauf bestehen, wenn es im Vertrag nicht gelöscht wird. Lesen Sie den Auszug Zeile für Zeile, und fragen Sie bei Unklarem den Notar.
Was nicht im Grundbuch steht, sehen Sie nur vor Ort. Gehen Sie das Grundstück ab, stehen Zaun und Garage dort, wo die Grenze verläuft? Sprechen Sie mit den Nachbarn. Fragen Sie nach Grundwasser und feuchten Kellern, nach Starkregen der letzten Jahre und danach, ob ein Brunnen genehmigt ist. Für Lärm gilt dasselbe wie für den Arbeitsweg: Probieren Sie es aus. Eine Bahnstrecke, eine Landstraße oder eine Flugroute hören Sie am Sonntagmittag bei der Besichtigung womöglich nicht.
Was Sie bei jeder Besichtigung prüfen, haben wir in der Besichtigungs-Checkliste zusammengestellt.
Heizung und Energie: was seit Juli 2026 gilt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es hat das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Für Käufer eines Bestandshauses sind drei Punkte wichtig.
Die frühere Pflicht, bei einem Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen, ist entfallen. Wer eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss sie aber stufenweise mit klimaneutralen Brennstoffen betreiben: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent. Diese Brennstoffe kosten mehr als Erdgas oder Heizöl. Kaufen Sie ein Haus mit einer jüngeren Gas- oder Ölheizung, fragen Sie nach dem Einbaujahr und lassen Sie prüfen, ob die Stufen für diese Anlage gelten. Die Heizkostenabrechnung des Verkäufers zeigt nur die Vergangenheit.
Nach einem Eigentümerwechsel bei Ein- und Zweifamilienhäusern gelten kleine Nachrüstpflichten, etwa die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Heizungsrohre, sofern das noch nicht erledigt ist. Lassen Sie sich die Frist von einer Energieberaterin oder einem Energieberater bestätigen.
Den Energieausweis muss Ihnen der Verkäufer spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Was darin steht und wie Sie ihn lesen, erklärt der Ratgeber Energieausweis.
Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 28. Oktober 2026 wieder und dient der ersten Orientierung. Er ersetzt weder eine Rechts- noch eine Steuerberatung im Einzelfall. Als Immobilienmakler dürfen und wollen wir keine Rechtsberatung erbringen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt, eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Quellen
- Gesetz über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer des Landes Brandenburg, 6,5 Prozent seit 1. Juli 2015; Finanzämter Brandenburg zur Grunderwerbsteuer
- Senatsverwaltung für Finanzen Berlin, Grunderwerbsteuersatz 6,0 Prozent
- § 30, § 34 und § 35 Baugesetzbuch, Zulässigkeit von Vorhaben
- § 127 und § 129 Baugesetzbuch, Erschließungsbeitrag und Eigenanteil der Gemeinde
- BORIS Brandenburg, Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse im Land Brandenburg
- Verbraucherzentrale: Was steht im Gebäudemodernisierungsgesetz?, Stand 21. August 2026
- Gerichts- und Notarkostengesetz, bundesweit einheitliche Notar- und Grundbuchgebühren
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Häufige Fragen
Haus im Umland kaufen: häufige Fragen.
Stand der Antworten: 28. Oktober 2026
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?
6,5 Prozent des Kaufpreises, seit dem 1. Juli 2015. In Berlin sind es 6,0 Prozent. Bei einem Haus für 450.000 Euro zahlen Sie in Brandenburg 29.250 Euro, in Berlin 27.000 Euro.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten für ein Haus in Brandenburg?
Mit Makler rund 11,9 Prozent: 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, rund 1,5 bis 2,0 Prozent für Notar und Grundbuchamt und üblicherweise 3,57 Prozent Käuferanteil der Maklerprovision. Bei 450.000 Euro Kaufpreis sind das etwa 53.400 Euro. Ohne Makler bleiben rund 8,0 bis 8,5 Prozent.
Wo finde ich Bodenrichtwerte für Brandenburg?
Im kostenlosen Portal BORIS Brandenburg unter boris.brandenburg.de. Die Werte stammen von den Gutachterausschüssen der Landkreise und kreisfreien Städte und werden aus tatsächlichen Verkäufen ermittelt.
Muss ich als Käufer Erschließungsbeiträge zahlen?
Das kann passieren, wenn die Straße vor dem Grundstück erstmals fertig hergestellt wird. Die Gemeinde darf dann bis zu 90 Prozent der Kosten auf die Anlieger umlegen. Fragen Sie vor dem Kauf schriftlich bei der Gemeinde nach und regeln Sie im Kaufvertrag, wer Beiträge für bereits erbrachte Arbeiten zahlt.
Was gilt beim Hauskauf für alte Heizungen?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die 65-Prozent-Pflicht beim Heizungstausch ist entfallen. Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 aber mindestens 10 Prozent klimaneutrale Brennstoffe nutzen, mit steigenden Anteilen bis 2040. Nach dem Kauf eines Ein- oder Zweifamilienhauses gelten außerdem kleine Nachrüstpflichten.
Wie finde ich heraus, was auf dem Grundstück gebaut werden darf?
Beim Bauamt der Gemeinde oder des Amtes. Dort erfahren Sie, ob ein Bebauungsplan gilt, ob das Grundstück im Innenbereich oder Außenbereich liegt und ob ein neuer Plan in Arbeit ist. Den Auszug aus dem Baulastenverzeichnis bekommen Sie bei der unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt.
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